Wie Du mental stark durch die Krise kommst!

Wie kannst Du die Zeit während der Coronavirus-Krise mental gut überstehen, Deine Orientierung nicht verlieren und diese Zeit so aktiv nutzen, dass Du gestärkt und mental stark aus dieser Krise hervorgehen kannst?

Social Distancing, wir allein zu Haus, ein Ende ist vorerst nicht in Sicht, bange Fragen, was mit unserem Job passiert und ob wir ihn noch haben, wenn all das überstanden ist. Im Moment werden wir zur Entschleunigung gezwungen. Entschleunigung ist gut, allerdings eine Herausforderung für manche von uns. Gepaart mit Unsicherheit und Orientierungslosigkeit allerdings, kann diese Zeit explosiv sein und uns in eine mentale Krise stürzen.

Was hilft uns durch diese Zeit hindurch? Zunächst einmal ist es wichtig uns klar zu machen, dass wir uns mitten in einem Veränderungsprozess befinden – jeder für sich und individuell unterschiedlich. Plötzlich sind viele Dinge nicht mehr so wie vorher. Und wie immer macht es Sinn, sich diesen Prozess aus einer gewissen Distanz anzuschauen. Und das machen wir jetzt.

Veränderungen laufen immer nach einem bestimmten Muster ab. Und das macht es für uns leicht, uns zu orientieren – auch wenn wir glauben, unseren Weg im Moment verloren zu haben. Schauen wir uns die einzelnen Phasen an:

Phase 1: Der Schock

Die erste Phase ist der Schock, denn jede Veränderung, auch wenn man sie vielleicht erahnt hat, kommt am Ende des Tages überraschend. Etwas verändert sich und damit ändert sich das System, die Welt wie wir sie kennen, unsere Gewohnheiten. Die Intensivität dieses Schocks ist abhängig davon, wie groß die Auswirkungen der Veränderung für uns sind und wie jeder einzelne von uns in der Lage ist mit Veränderungen generell umzugehen.

Phase 2: Die Verneinung

Ist der Schock überwunden, beginnt die 2. Phase Wir wollen diese Veränderung erst mal nicht wahrhaben. Wir lehnen sie ab, wir glauben sie einfach nicht, erfinden alle möglichen Gründe warum das nicht stimmen kann und wollen nichts lieber als zurück zu unserer alten Welt. Wir wollen uns in unsere lieb gewonnenen Gewohnheiten zurück flüchten.

Phase 3: Die Einsicht

Danach kommt die Einsicht. Notgedrungen verstehen wir nun rational, warum diese Änderungen stattfinden müssen und vielleicht sogar lebensnotwendig sind. Aber so richtig, tief in unserem Herzen ist die Veränderung noch nicht angekommen. Deshalb wollen wir erst mal kleine Änderungen haben und wenn dann auch nur kurzfristig, also nichts, was länger dauert.

Phase 4: Emotionale Akzeptanz

Nach dieser Phase folgt die Phase der emotionalen Akzeptanz. Das heißt, nachdem wir die Veränderungsnotwendigkeit sachlich bereits in Phase 3 akzeptiert haben, nehmen wir diese nun auch emotional an. Das ist der tiefste Punkt, aber auch der Wendepunkt, der uns aus dem Loch herausholen kann. Diese Phase ist sehr wichtig, denn hier entscheidet sich, ob wir Opfer der Veränderung sein wollen oder ob wir zum Gestalter der Veränderung werden!

Phase 5: Lernen

Nun treten wir in die Phase des Lernens ein. Wir haben uns gegen sie gesträubt, wir haben sie verneint, wir haben uns langsam vorgetastet – an die Veränderung – und sie dann rational anerkannt. Aber mit der emotionalen Akzeptanz fangen wir nun an, uns neugierig zu fragen:

  • Was mache ich jetzt mit dieser Situation?
  • Welche Möglichkeiten bieten sich mir?
  • Wie kann ich die Situation anders sehen?
  • Gibt es eine andere Perspektive?
  • Was ist Gutes an dieser Situation?
  • Wo sehe ich meinen Platz in der veränderten Welt?
  • Wie kann ich hier vielleicht meine Interessen und meine beruflichen Ambitionen neu verbinden?

In dieser Phase besteht die Möglichkeit die Karten neu zu mischen. Das geht aber nur, wenn ich mir zugestehe der Gestalter meines Lebens zu sein und nicht das Opfer widriger Umstände.

Phase 6: Erkenntnis 

Die Phase des Lernens führt direkt in die Phase der Erkenntnis. Jetzt bekomme ich ein genaueres Bild von dem, was ich machen kann, um mich in der neuen, veränderten Welt zu positionieren. Vielleicht bedeutet das, mir die Zeit zu nehmen und meine Fähigkeiten zu erweitern. Ein Online-Coaching oder eine Online-Weiterbildung. Oder ich schaue mit neuem Blick auf mein Angebot als Selbstständiger. Was kann ich heute tun, damit ich gestärkt aus dieser Krise hervorgehe? Wie kann ich meine Kunden oder meinen Arbeitgeber, meinen Chef, meine Chefin gerade jetzt so unterstützen, dass sie sich nach der Krise gerne an mich erinnern?

Phase 7: Integration

Die letzte Phase der Veränderung ist die Integration. Ich habe es geschafft, all die Überlegungen, die ich aktiv angestellt habe, in die „neue, veränderte Welt“ zu integrieren, ich habe das neue Produkt tatsächlich erschaffen und eingeführt, ich habe meine erweiterten Fähigkeiten nutzbar gemacht.

Diese 7 Phasen der Veränderung nach Richard Streich sind ein wertvolles Werkzeug für uns, insbesondere für die derzeitige Krise. Damit haben wir ein rationales Tool, auf das wir uns beziehen können und das uns unsere derzeitige Situation erklärt: Jeder von uns ist anders und so befindet sich jeder von uns in einer anderen Phase, auch wenn wir alle in derselben Krise stecken.

Der eine steckt vielleicht noch mitten der Ablehnung und sucht verzweifelt Gründe, warum nicht sein kann, was nicht sein darf. Eine andere hat die Phase der Ablehnung schon abgeschlossen und befindet sich in der tiefsten Phase der Akzeptanz. Langsam regen sich Ideen und die Neugier wächst, was denn alles möglich ist und wie sie die Veränderung aktiv für sich gestalten kann.

Wichtig ist zu erkennen, dass wir alle dieselben Phasen durchlaufen, der eine schneller, die andere langsamer – aber wir überspringen keine davon!

Wichtig ist auch – und das macht dieses Tool so wertvoll, dass wir nicht mehr orientierungslos sind. Nun können wir unseren Standort in dem Veränderungsprozess lokalisieren. Wir wissen, wo wir uns im Moment befinden, was wir schon durchgemacht haben und was vor uns liegt. Und dieses Werkzeug zeigt uns ganz klar: Wir sind nicht das Opfer widriger Umstände, denn wir haben es in der Hand, der Veränderung unseren Stempel aufzudrücken.

Und es kommt auch nicht darauf an, welche Tragweite die von uns gewählte Richtung haben wird, sondern es kommt nur darauf an, dass wir den Schock überwinden und dann wieder einen klaren Kopf bekommen und zur Gestalterin und zum Gestalter der Veränderung werden. Dass wir aus dieser Krise mit Elan, mental stark und – ganz wichtig – mit Zielen herauskommen.

Und das ist unsere Chance, die wir nutzen sollten!

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der Überlegung, in welcher der 7 Phasen Sie sich im Moment befinden und viel Spaß bei der Reflexion, wie Sie das für sich Beste aus dieser Krise herausholen können!

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